
Die Stadt Kassel will Bücher, Kataloge und Kunstwerke aus der Privatsammlung des Kurators Harald Szeemann kaufen. Die Kaufsumme steht noch nicht genau fest.
Das Archiv, das Szeemann über Jahrzehnte hinweg in Maggia im schweizerischen Tessin zusammentrug, soll einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" zufolge zusammen mit dem documenta-Archiv in einem Institut für Ausstellungsgeschichte hinter dem Fridericianum, dem Hauptausstellungsort der documenta, untergebracht werden. Die Kaufsumme stehe noch nicht fest. Experten-Schätzungen zufolge liegt sie zwischen 1,8 und 5 Millionen Euro. Die Kulturstiftung der Länder ist an den Kauf-Verhandlungen beteiligt.
Der Schweizer Kunsthistoriker Szeemann hatte 1972 im Alter von 41 Jahren als jüngster Ausstellungsmacher die documenta 5 kuratiert. Unter dem Titel "Befragung der Realität - Bildwelten heute" wollte er nicht nur die Exponate, sondern auch die Schau selbst zum Kunstwerk machen. Entsprechend gab es zahlreiche Veranstaltungen und Kunstaktionen. Die "d5" mit fast 229.000 Besuchern gilt künstlerisch als eine der wichtigsten der bislang fünf Schauen. Ursprünglich sollte er 1987 auch die documenta 8 leiten, nach Differenzen mit seinem Partner Edy de Wilde gab er das Amt jedoch ab. Szeemann starb im Februar 2005 im Alter von 71 Jahren in Locarno im Tessin.
"Ich hatte auch Angebote aus Amerika, aber Kassel ist mir am liebsten", zitiert "Die Welt" Szeemanns Witwe Ingeborg Lüscher. Das Archiv solle in seinem Sinne weiterleben. Auf 3.000 Quadratmetern bündeln sich in dem Haus in Maggia laut Lüscher Bücher, Kataloge, Entwürfe, Kunstwerke und Korrespondenzen. "Mein Archiv ist mein Gedächtnis", sagte Szeemann einmal.
Quelle: hr-online.de
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