
Die Dokumentarfilmproduktion ist konstitutive und unabhängige Konstante der hessischen Film- und Medienszene. Mit fast 800 Mitgliedern ist die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm der größte Filmverband in Deutschland. 80 Mitglieder, also rund 10%, arbeiten in Hessen. Schwerpunkt ist die Rhein-Main Region, erfolgreich produziert wird auch in anderen Teilen des Landes, besonders im Raum Kassel.
Die überregionale Arbeit des Verbandes wird von der Frankfurter Bundesgeschäftstelle aus koordiniert.
Die AG DOK ( Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm ) vertritt die Interessen der Dokumentarfilmerinnen und -filmer ge-genüber Sendeanstalten, Filmförderungen und Organisationen der Filmbranche und ist als Gesprächspartner von deutschen und europäischen Film- und Medienpolitikern gefragt.
Die AG DOK lebt als aktives Netzwerk von der Kreativität und dem Engagement ihrer Mitglieder und Freunde. Dokumentarfilme entstehen meist in einem größeren Arbeitszusammenhang. Kollegialer Erfahrungsaustausch ist daher trotz individueller Konkurrenz um Sendeplätze und Fördermöglichkeiten selbstverständlich.
Gestalterische Fragen werden in der AG DOK Hessen ebenso diskutiert, wie medien- und fachspezifische Probleme. Der hessische Verband setzt sich konstruktiv und kritisch für die Weiterentwicklung der zukunftsträchtigen der Film- und Medienbranche im Land ein und meldet sich immer wieder in filmpolitischen Fragen zu Wort.
Den kollegialen Diskurs fördern regelmäßige Zusammenkünfte. Ob es nun um die Analyse der Fernsehlandschaft geht, wie bei der Veranstaltung „Mattscheibe“ mit dem ehemaligen NDR Redakteur Jürgen Bertram oder um internen Erfahrungsaustausch, wie bei der „Dokumentarfilmwerkstatt“, einem offenen Branchentreffen: Die AG DOK Hessen kooperiert mit andern Branchenorganisationen, z. B. dem Filmhaus Frankfurt, dem Film- und Kinobüro Hessen oder der eDIT, die 2006 erstmals ihren „Focus on Documentaries“ richtete.
Produktionen hessischer Filmemacherinnen und Filmemacher haben auch im eigenen Bundesland ihren festen Platz im Kino und in Festivalprogrammen. Sie tragen dazu bei, den Begriff „Dokumentarfilm“ als „Markenzeichen“ zu etablieren. Unter den Dokumentarfilmfestivals in Deutschland zählt das Kassler Film- und Videofest zu einer der ersten Adressen. Kinos wie „Filmladen“ in Kassel, „Traumstern“ in Lich, „Filmforum“ in Höchst, „Caligari“ in Wiesbaden, „Orfeos Erben“ und „Mal Sehn“ in Frankfurt sind bekannt für ambitionierte Dokumentarfilmprogramme. In der Frankfurter Naxos-Halle zeigt die Initiative „Kultur Quadrat“ seit 2006 wöchentlich aktuelle und klassische Dokumentarfilme.
Auch wenn das Fernsehen unzählige Reportagen, Feature und Dokumentationen hervorbringt, sind Dokumentarfilme das eigentliche audiovisuelle Gedächtnis der Gesellschaft. Über die Tagesaktualität hinaus werden Einsichten und Erkenntnisse vermittelt, die über das Gezeigte weit hinausweisen. Die Formen sind dabei so unterschiedlich wie die Themen.
Trotz der erstaunlichen Renaissance des Dokumentarfilms im Kino sind die dokumentarischen Produktionsbedingungen alles andere als einfach. Dokumentarfilmredaktionen im Fernsehen sind die Ausnahme, kontinuierliche Sendeplätze kaum auszumachen und auch eine engagierte kulturelle Hessische Filmförderung kann da kaum gegensteuern.
Gegenwärtig arbeitet die AG DOK Hessen an der Konzeption für einen Hessischen Dokumentarfilm-Tag. Vorgesehen sind Screenings in Hessischen Kinos und eine „Nacht des Dokumentarfilms“ im HR-Fernsehen mit Filmen, Live-Schaltungen und Hintergrundberichten. Ein „Hessischer Dokumentarfilm-Tag“ soll auf überraschende Weise die besondere Bedeutung des Dokumentarfilms betonen und verspricht ein landes- wie bundesweit herausragen-des Live- und TV-Event zu werden.
Aktuelle Informationen über die Hessische Dokumentarfilmszene erhalten Mitglieder und Interessierte über eine regionale Email-Liste über die auch Journalisten, Redakteure und Vertreter aus Politik und Organisationen erreicht werden. Unter AG DOK Hessen in der Sparte Regionen gibt es weitere regionale Infos.
Bilder: Photocase
In Kooperation mit kulturkurier.de .
© 2010 Kulturportal Hessen. Rechtliche Hinweise