Literatur in Hessen

Literatur in Hessen

Die Literatur und ihre Protagonisten nehmen in der Geschichte und Gegenwart Hessens einen hohen Stellenwert ein. Angefangen beim Hildebrandslied, das um 830 im Kloster Fulda aufgezeichnet wurde und als älteste überlieferte germanischen Heldendichtung in althochdeutscher Sprache gilt, setzt sich die hessische Literaturgeschichte über Grimmelshausen, Goethe, Büchner und die Brüder Grimm bis hin zu vielen namhaften Autoren der Gegenwart in einer unvergleichlichen Dichte und Konzentration fort.

Namen wie Georg Christoph Lichtenberg, Heinrich Hoffmann, Martin und Paula Buber in der Vergangenheit oder Christine Brückner, Eva Demski, Wilhelm Genazino, Robert Gernhardt, Peter Härtling, Marie-Luise Kaschnitz, Gabriele Wohmann und nicht zuletzt Georg-Büchner-Preisträger Martin Mosebach als herausragende Autoren der Gegenwart begründen den Ruf des Literaturlandes Hessen. Andere berühmte Schriftsteller haben lange in Hessen gelebt: Hölderlin, Pasternak, Matthias Claudius, Rilke, Hoffmann von Fallersleben, Ferdinand Freiligrath, Adolf von Knigge ... 


Hessische Städte sind in die Weltliteratur eingegangen: natürlich Frankfurt, aber auch Darmstadt, Kassel, Wetzlar, Assmannshausen zum Beispiel. Thomas Manns „Hochstapler Felix Krull“ ist in Eltville zuhause, Dostojewski und sein „Spieler“ verfielen dem Wiesbadener Roulette.

Weltoffenheit als Nährboden

Die Weltoffenheit der Freien Reichsstadt Frankfurt am Main bereitete den Nährboden für die Entwicklung der weltgrößten Buchmesse die ihrerseits eingebettet ist in eine literarisch ambitionierte und wirtschaftlich erfolgreiche Verlags- und Buchhandlungslandschaft, die im Vergleich der deutschen Flächenländer die dichtesten Strukturen aufweist.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist Veranstalter der Frankfurter Buchmesse und verleiht jährlich den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, einen der bedeutendsten Kulturpreise der Bundesrepublik. Er versteht sich als Sprachrohr der Branche und steht Öffentlichkeit und Politik beratend zur Seite. Der Verband engagiert sich für das Kulturgut Buch und das Lesen, für die Meinungsfreiheit und die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft.

International aktiv

Literatur in Hessen wird aber auch geprägt von bundesweit und international agierenden Institutionen, die nicht zufällig ihren Sitz in diesem Land haben. Dazu zählt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung , die sich der Pflege der deutschen Literatur und Sprache verpflichtet hat. Sie veranstaltet Tagungen, gibt Veröffentlichungen heraus und zeichnet für die Vergabe des Georg-Büchner-Preises, des Sigmund-Freud-Preises, des Johann-Heinrich-Merck-Preises, des Johann-Heinrich-Voß-Preises und des Friedrich-Gundolf-Preises verantwortlich.

P.E.N.

Das deutsche P.E.N.-Zentrum in Darmstadt kümmert sich um den Schutz der Literatur vor Rassen- Klassen- und Völkerhass und kämpft für das Recht des freien Wortes und des ungehinderten Gedankenaustausches in der ganzen Welt. Projekte wie das Writers in Prison-Komitee und Writers in Exile-Programm sowie die Verleihung der Hermann-Kesten-Medaille gehören zu seiner Profilierung.

Das seit dem Jahre 2003 aktive Netzwerk Hessischer Literaturrat bemüht sich um eine Bündelung literarischer Aktivitäten und Interessen sowie eine Verbesserung der Kommunikation und gegenseitigen Wahrnehmung. Der Verband deutscher Schriftsteller in Hessen ist die Interessenvertretung hessischer Autoren und Autorinnen und angegliedert an die Gewerkschaft ver.di. Er veranstaltet unter anderem öffentliche Lesungen, Tagungen, und Seminare. Im Internet hat er ein Autorenhandbuch und Autorenverzeichnis eingerichtet, in dem in Hessen tätige Wortkünstler aller Genres selbst Auskunft über ihre Person und ihre Werke geben.

Die Gesellschaft für Deutsche Sprache in Wiesbaden (GfdS) sieht es seit ihrer Gründung im Jahre 1947 als ihre Aufgabe an, das Bewusstsein für die deutsche Sprache zu vertiefen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Sprachentwicklung kritisch zu beobachten und auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung Empfehlungen für den allgemeinen Sprachgebrauch zu geben. Die GfdS gibt die beiden Zeitschriften Der Sprachdienst und Muttersprache heraus und legt zu besonderen Themen Buchveröffentlichungen vor und organisiert ein breites Veranstaltungsprogramm. Auch der Medienpreis für Sprachkultur und der Alexander-Rhomberg-Preis werden von ihr verliehen.

Die Aufgabe der Brüder Grimm-Gesellschaft e.V. ist die Pflege des persönlichen und wissenschaftlichen Erbes der Märchensammler und Sprachforscher Jacob und Wilhelm Grimm sowie ihres "Malerbruders" Ludwig Emil Grimm, in der Sammlung und Dokumentation von Zeugnissen zu ihrem Leben und Werk, in der Bereitstellung von Primär- und Sekundärliteratur zum Thema, in der Förderung des von ihr 1959 mitbegründeten Brüder Grimm-Museums in Kassel und weiterer Erinnerungsstätten im In- und Ausland und schließlich in der Koordinierung der weltweiten Brüder Grimm-Forschung.

Das Freie Deutsche Hochstift ist eines der ältesten Kulturinstitute Deutschlands und eine gemeinnützige Forschungsinstitution. Zu ihm gehört als ideeller und anschaulicher Mittelpunkt Goethes Elternhaus in Frankfurt. Es ist Träger des Frankfurter Goethe-Museums und verfügt über ein Dichterarchiv, eine Graphische Sammlung und eine Forschungsbibliothek.

Buchkunst

Die Stiftung Buchkunst mit Sitz in Frankfurt organisiert jedes Jahr den Wettbewerb "Die schönsten deutschen Bücher". Eine unabhängige Fachjury beurteilt Satz, Bild, Druck, Einband sowie Buchkonzeption und -gestaltung. Zusätzlich zum Wettbewerb "Schönste deutsche Bücher" führt die Stiftung Buchkunst den internationalen Wettbewerb "Schönste Bücher aus aller Welt" durch.

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Förderung

Die Literaturvermittlung und Autorenförderung in den Städten und Regionen sehen sowohl zahlreiche Literaturhäuser, Literaturbüros, Foren, Vereine und Zentren in ganz Hessen als ihre Aufgabe an – wie auch das Hessische Literaturforum in Frankfurt. Im Mai 2007 hat auf Initiative des Hessischen Rundfunks, des Hessischen Literaturrats und mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK) der erste Literaturtag in Hessen davon beredtes Zeugnis abgelegt, bei dem in mehr als 85 Orten über 200 Veranstaltungen realisiert wurden. Er ist Teil des Projektes Literaturland Hessen , das die Literaturtradition des Landes stärker ins Bewusstsein holen und die vielen Orte, an denen das literarische Erbe Hessens gepflegt und lebendig gehalten wird, als Ausflugs- und Reiseziele zu erschließen. Hessische Rundfunk, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Hessische Literaturrat haben es im Jahr 2004 als Gemeinschaftsprojekt „Literaturland Hessen“ ins Leben gerufen.

Namhafte Stipendien und Preise

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Hessen hat viele namhafte Stipendien und Preise im Bereich Literatur zu vergeben. Einige davon sind bereits in den oben genannten Informationen aufgelistet. Zahlreiche weitere Möglichkeiten der Förderung sind im Kulturportal Hessen in der Infothek aufgelistet. An dieser Stelle soll nur das „Junge Literaturforum“ aufgeführt werden, das seit dem Jahre 1984 als Wettbewerb für jugendliche Autoren im Alter von 16- 25 Jahren ausgelobt wird. Seit 1991 wurde der Wettbewerb auf Thüringen ausgedehnt und damit zu einem wichtigen deutsch-deutschen Kulturprojekt, dessen Erfolg und Kontinuität gleichermaßen beeindrucken. Die Zahl der Einsendungen betrug in den letzten Jahren regelmäßig zwischen 600 und 850. Eingesendet werden können drei Gedichte oder eine Kurzgeschichte im Umfang von maximal 3 Seiten.

Alles andere als langweilig

Dass Literatur auch sehr lebendig in ungewohnter Weise erlebt werden kann, das beweisen die zahlreichen Aktionen unter dem Stichwort Poetry slam . Literatur in Hessen hat eine lange Tradition und eine lebendige Zukunft. Um beides zu entdecken muss man nicht lange suchen: in Hessen ist Literatur allgegenwärtig.

Quelle: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
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Autor: Redaktion


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