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»Zelluloid. Film ohne Kamera« in der Schirn Kunsthalle

Die Ausstellung »Zelluloid. Film ohne Kamera« rückt eine besondere Form des künstlerischen Films in den Mittelpunkt, die durch direkte Bearbeitung des Filmstreifens entstanden ist. Gleichzeitig mit der Ausstellung startet die Marketingaktion „Sommerticket“ der Schirn, bei der Besucher ihre benutzen Eintrittskarten als Gutscheine für einen weitergeben können.

02.06.10
Das Sommerticket

Erstmals bietet die Schirn Kunsthalle Frankfurt im Rahmen der Ausstellung „Zelluloid. Film ohne Kamera“ ein spezielles Sommerticket an, das nach dem Erwerb an Freunde und Bekannte weitergeben werden kann und diesen einen kostenfreien Besuch der Schau ermöglicht. Die Aktion ist auf die Dauer der Ausstellung (2. Juni bis 29. August 2010) begrenzt und wird von einer wissenschaftlichen Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Günter, Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, begleitet. Die Schirn Kunsthalle beschreitet mit dem Sommerticket innovative Kommunikationswege im Bereich des Empfehlungsmarketings.
Das eigene Ticket dient dabei als Gutschein, der weitergegeben und frühestens am Folgetag gegen ein kostenloses Eintrittsticket eingelöst werden kann. Nach dem Besuch der Ausstellung kann das Ticket wiederum frühestens am nächsten Öffnungstag der Schau gegen ein neues kostenfreies Eintrittsticket eingetauscht werden. Die Schirn möchte auf diese Weise ihre Besucherinnen und Besucher dazu anregen, die Ausstellung „Zelluloid. Film ohne Kamera“ an Freunde und Bekannte weiterzuempfehlen.

Hintergrund der Aktion ist die durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegte Erkenntnis, dass eine positive Weiterempfehlung für Unternehmen unterschiedlichster Branchen als ergiebigste Quelle zur Gewinnung neuer Kunden gilt. Obwohl die so genannte Mund-zu-Mund-Propaganda ein erfolgreiches Mittel ist, wird sie bisher im kulturellen Bereich lediglich zu einem geringen Teil als Marketinginstrument eingesetzt. Der Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Leiter der Studie Prof. Dr. Günter dazu: „Zahlreiche Studien weisen auf die enorme Bedeutung persönlicher Empfehlungen von Besuchern im Kultursektor hin. Sehr wenig wissen wir jedoch über die Wirkungsmechanismen, die sich dahinter verbergen. Insbesondere wissen wir beispielsweise nicht, inwiefern persönliche Empfehlungen dazu geeignet sind, neue Besucher zu gewinnen.“ Für Prof. Dr. Günter ist diese Kooperation eine wissenschaftlich spannende Herausforderung: „Es ist sehr erfreulich, dass die Schirn den Mut besitzt, die Pionierrolle einzunehmen und erstmalig auszuprobieren, welche Wirkung ein Weitergabeticket entfalten kann. Für uns ist es sehr spannend, dieses Projekt, das auch marktforscherische Herausforderungen aufwirft, zu begleiten.“

Max Hollein, Direktor Schirn Kunsthalle Frankfurt, hebt in diesem Zusammenhang die besondere Bedeutung innovativer Marketinginstrumente für Kunstinstitutionen hervor: „Auch im kulturellen Bereich gilt es in den kommenden Jahren, neue und kreative Wege der Kommunikation für unterschiedliche Besuchergruppen zu finden und zusätzliche Anreize für einen Ausstellungsbesuch zu schaffen. Mit der begleitenden Studie wird eine wissenschaftlich fundierte Beurteilung unserer Aktion ermöglicht.“

Zelluloid
Die Ausstellung „Zelluloid. Film Ohne Kamera“

Mit der Ausstellung „Zelluloid. Film ohne Kamera“ rückt die Schirn vom 2. Juni bis 29. August 2010 eine besondere Form des künstlerischen Films in den Blick, bei dem das Bild direkt – durch physische Bearbeitung des Filmstreifens – hervorgebracht wird. Im Unterschied zu anderen Formen des experimentellen Films wird das Filmmaterial hier aus seinem konventionellen Verwendungszusammenhang gelöst und unter Anwendung vielfältiger künstlerischer Verfahren gleichsam als Leinwand interpretiert: durch Malerei, Zeichnung, Collage auf Zelluloid, Ritzen und Kratzen in der Bildemulsion, chemische Verfremdung oder die direkte Belichtung des fotoempfindlichen Bildträgers. So entstanden bereits mit den Anfängen der filmischen Avantgarde Werke, die das filmische Bild auch in seiner materiellen Beschaffenheit erforschen und zugleich in immer neuen Ansätzen sein Verhältnis zur bildenden Kunst ausloten. In einem abwechslungsreichen Parcours präsentiert die Ausstellung herausragende Beispiele des „Films ohne Kamera“ und bietet anhand von Werken 21 internationaler Künstler und Filmemacher wie Stan Brakhage, Tony Conrad, Cécile Fontaine, Len Lye, Norman McLaren, Dieter Roth, Harry Smith, José Antonio Sistiaga oder Jennifer West ein Panorama von den 1930er-Jahren bis in die Gegenwart.

Sommerticket: gültig vom 2. Juni bis 29. August 2010 während der Ausstellung „Zelluloid. Film ohne Kamera“
Preis: 7 €, ermäßigt 5 €



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