
Internationaler Suchdienst
Große Allee 5-9
Bad Arolsen
Öffnungszeiten:
Mo-Do 9 bis 17 Uhr
Fr 9 bis 13 Uhr
Eine Ausstellung im Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen erinnert an Karl Plagge, den „Schindler aus Darmstadt“. Während des Nationalsozialismus hat Karl Plagge hunderten Juden das Leben gerettet.
Als Leiter des "Heereskraftfahrparks (HKP) 562 Ost" im litauischen Wilna (Vilnius) gelang es dem Darmstädter Karl Plagge zwischen 1941 und 1944, jüdische Zwangsarbeiter vor dem sicheren Tod in einem deutschen Vernichtungslager zu retten. Er setzte die Errichtung eines eigenständigen HKP-Arbeitslagers durch, schuf auch Arbeitsplätze für Frauen und sorgte in seinem Verantwortungsbereich für eine ansatzweise menschenwürdige Behandlung der Zwangsarbeiter.
Die Ausstellung der Darmstädter Geschichtswerkstatt, die bis zum 7. Mai in Bad Arolsen zu sehen ist, stellt die Rettung von etwa 250 Juden durch den deutschen Wehrmachtsoffizier dar.
Rettung durch "kriegswichtige Arbeit"
Ganze jüdische Familien konnten zusammen bleiben, weil sie "kriegswichtige" Arbeit leisteten. Zwei Wochen vor der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee warnte Plagge die Zwangsarbeiter vor der Übernahme des Lagers durch ein SS-Räumkommando. Dadurch verhalf er ungefähr 250 Juden zum Überleben, die sich bis zum Eintreffen der Roten Armee verstecken konnten.
Plagge wurde nach dem Krieg als Mitläufer eingestuft. Er starb am 19. Juni 1957 in Darmstadt an Herzversagen. Im April 2005 wurde Plagge in Jerusalem die Ehrung als "Gerechter unter den Völkern" durch die Gedenkstätte Yad Vashem zuteil.
"Karl Plagge (1897-1957) - Ein Gerechter unter den Völkern"
Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 25. März, 17 Uhr
Ausstellungsdauer: 26. März bis 7. Mai 2010
Quelle: hr-online.de
In Kooperation mit kulturkurier.de .
© 2010 Kulturportal Hessen. Rechtliche Hinweise