
Deutsche Nationalbibliothek
Adickesallee 1
Frankfurt
Öffnungszeiten:
Mo-Do: 10-20 Uhr
Fr: 10-18 Uhr
Sa: 10-17 Uhr
Schon früh warnte der Journalist Rudolf Olden vor Hitler. Aus dem Exil gab er den geflüchteten deutschsprachigen Schriftstellern eine Stimme. Eine Ausstellung in der Deutschen Nationalbibliothek zeichnet nun seinen Lebensweg nach.
Mit der vom Deutschen Exilarchiv 1933-1945 kuratierten Ausstellung erinnert die Deutsche Nationalbibliothek an einen deutschen Liberalen, der als Jurist in der Weimarer Republik für Demokratie eintrat.
Als Mitbegründer und Sekretär des deutschen PEN-Clubs im Exil setzte sich Rudolf Olden (1885- 1940)in seinem Asylland Großbritannien dafür ein, den exilierten deutschsprachigen Schriftstellern eine Stimme in der Welt zu geben, und arbeitete aktiv an der Rettung gefährdeter Schriftsteller mit.
Die Ausstellung dokumentiert Oldens Lebensweg, sein politisches Engagement, seinen Kampf für die Demokratie und gegen den Nationalsozialismus bis zu seinem tragischen Tod bei der Torpedierung des Schiffes "City of Benares" im September 1940.
Gezeigt werden Exponate aus dem Nachlass Rudolf Oldens und dem Archiv des Deutschen PEN-Clubs im Exil die heute im Besitz des Deutschen Exilarchivs sind. Außerdem sind Stücke aus dem Archiv der American Guild for German Cultural Freedom (Deutsche Akademie im Exil) zu sehen. Hinzu kommen Leihgaben, unter anderem aus dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, dem Bundesarchiv, dem University College London.
Als Höhepunkt seiner journalistischen Karriere kann Oldens Zeit als politischer Redakteur und Leitartikler beim liberalen "Berliner Tageblatt" unter Theodor Wolff gelten. Auch seine frühere Mitarbeit an Wiener Zeitungen wie "Der Tag", "Der Friede" und "Er und Sie" ist hier zu nennen.
Mit einer Figur der Zeitgeschichte setzte sich Rudolf Olden besonders intensiv und über viele Jahre hinweg auseinander: mit Adolf Hitler. Schon 1923 warnte er in der Wiener Zeitung "Der Tag" erstmals vor ihm. 1932 versuchte er in dem Band "Propheten in deutscher Krise", das Phänomen Adolf Hitler psychologisch zu ergründen.
Nach Oldens Emigration 1933 veröffentlichte er zunächst - als erstes Buch des emigrierten Malik-Verlags in Prag - die Broschüre "Hitler der Eroberer", 1935 folgte seine politische Biografie "Hitler" bei Querido, Amsterdam.
Neben dem politischen Biografen und dem Journalisten wird auch der Jurist Rudolf Olden in der Ausstellung dokumentiert. So etwa sein Einsatz für Carl von Ossietzky und sein Kampf gegen die Todesstrafe. Thematisiert wird auch Oldens Tätigkeit als Beisitzer der Filmprüfstelle in den Verhandlungen um die Zensur von Bertolt Brechts, Ernst Ottwalts und Slatan Dudows Film "Kuhle Wampe".
Oldens Engagement als Sekretär des Exil-PEN unter der Präsidentschaft von Heinrich Mann ist mit zahlreichen Exponaten belegt. Zu seinen Korrespondenzpartnern gehörten Walter Benjamin, Lion Feuchtwanger, John Heartfield, Klaus Mann, Thomas Mann und Robert Musil.
Im Fokus steht auch Oldens Überwachung durch das nationalsozialistische Regime. Auszüge aus seiner Gestapo-Akte aus den Beständen des Bundesarchivs geben darüber Auskunft. Eine Vielzahl von Familienbriefen und Fotografien erlaubt einen Einblick in die private Biografie Rudolf Oldens.
Rudolf Olden: "Journalist gegen Hitler - Anwalt der Republik"
Eröffnung: Donnerstag, 25. März, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 26. März bis 28. Juli 2010
Quelle: hr-online.de
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