
Die Kunsthalle Darmstadt zeigt Satiren des englischen Zeichners William Hogarth. Sie korrespondieren mit Graphikern des Darmstädter Künstlers Leo Leonhard, der Variationen zu Theaterstücken des Darmstädter Vormärzdichters Georg Büchner vorstellt.
Der Engländer William Hogarth (1697 - 1764) gehört zu den bekanntesten Künstlern des 18. Jahrhunderts überhaupt. In Zyklen wie "A Harlot’s Progress" oder "A Rake's Progress" geißelt Hogarth spöttisch gesellschaftliche Mißstände seiner Zeit, von der Diskrepanz zwischen dekadentem Adel und geknechtetem Volk bis zum kompletten sittlichen Verfall des städtischen Lebens.
In der Schau flankieren Hogarths Originalwerke bildnerische "Nachempfindungen" des Göttinger Kupferstechers Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 - 1840). Riepenhausen sorgte für eine weite Verbreitung der Hogarthschen Entwürfe in ganz Deutschland. Seine Stiche nach Hogarth dienten dem berühmten bei Darmstadt geborenen Schriftsteller Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799) als Vorlage für seine populäre satirische Schrift "G. C. Lichtenbergs ausführliche Erklärung der Hogarthischen Kupferstiche".
Auf die Werke des 18. Jahrhunderts antwortet in der Kunsthalle der zeitgenössische Darmstädter Künstler Leo Leonhard. Leonhard setzt sich nicht nur unmittelbar mit den Zerrbildern William Hogarths auseinander, sondern interpretiert in seinen druckgraphischen Zyklen auch Dramen des in Darmstadt aufgewachsenen Theaterdichters Georg Büchner. In Leonhards Werk finden sich u.a. Variationen zu "Leonce und Lena", "Woyzeck", "Dantons Tod" und zum "Hessischen Landboten". Dem Gesellschaftskritiker Hogarth begegnet so der Revolutionär des Vormärz.
Zu sehen sind insgesamt ca. 150 druckgraphische Werke aus deutschen Privatsammlungen.
Kunsthalle Darmstadt
Doppelausstellung:
»Work on Progress. Satiren von William Hogarth« in der Kunsthalle Darmstadt
"Leo Leonhard. Büchner und andere Dramen"
Eröffnung: Sonntag, 21.02.2010, 17 Uhr
Ausstellungsdauer: 21.02. – 09.05.2010
In Kooperation mit kulturkurier.de .
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