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Verband deutscher Musikschulen, Landesverband Hessen e.V.
Hans-Joachim Rieß (Landesgeschäftsführer)
Rheinstrasse 111
65185 Wiesbaden
Tel: 0611 / 341 86860
Fax: 0611 / 341 86866
buero(at)musikschulen-hessen.de
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In einer Zeit voller Umbrüche in Gesellschaft, Wissenschaft und Politik gründeten sieben Musikschulen 1967 den „Verband deutscher Musikschulen, Landesverband Hessen“. Es waren die Jugendmusikschulen Wiesbaden, Lauterbach, Frankfurt, Schlitz und Bergen-Enkheim, sowie die Wetzlarer Musikschule und die Volks- und Jugendmusikschule Elz. Heute, 40 Jahre später, ist der VdM-Hessen mir 65 öffentlich getragenen Musikschulen einer der größten hessischen Fach- und Trägerverbände im Bereich der musikalischen Bildung.
Nahezu 5.000 Lehrkräfte stellen heute in rund 120 Städten und Gemeinden ein vielfältiges Unterrichtsangebot bereit. Über 1300 Ensembles, Spielkreise, Orchester, Bands und Chöre prägen neben vielen herausragenden Sololeistungen das aktive Musikleben der Kommunen. Trotz der vielerorts anhaltenden Finanznot unterhalten die Städte, Kreise und Gemeinden ihre Musikschulen als Teil der kulturellen Grundversorgung der Bürger. Und die Musikschulen danken es ihnen mit 3.500 Konzertveranstaltungen, die jährlich 400.000 Zuhörer in ganz Hessen erreichen.
Da ist Musik (für jeden) drin … Musikschulen in Hessen
Schon lange sind sie nicht mehr reine Vermittler von Hand- und Mundwerk – sie sind heute Treffpunkt für Menschen jeden Alters geworden, die die Liebe zum Umgang mit der Musik verbindet. Musikschulen sind öffentliche Bildungs- und Kultureinrichtungen, deren Arbeit in den Kommunen und auch über deren Grenzen hinaus wirksam ist. Kooperationen mit den allgemein bildenden Schulen machen es möglich, dass sehr viele Kinder und Jugendliche einen Zugang zum Instrumentalspiel im Rahmen des „normalen“ Schulunterrichts erhalten. Solisten, Chöre und Orchester bereichern das Konzertwesen in ihrer Stadt. Kooperationen mit den Musikvereinen sorgen für qualifizierte Ausbildung des Nachwuchses. In Zusammenarbeit mit der Jugendpflege werden an vielen Musikschulen integrative Projekt für eine multikulturelle Klientel angeboten. In den letzten Jahren bekam die Arbeit der Musikschulen Rückenwind aus der Wissenschaft, deren Forschungsergebnisse die positive Wirkung von Musikerziehung belegen. Für Musiker sind diese Ergebnisse nicht überraschend, auch wenn niemand ein Instrument erlernte, um besser rechnen zu können – oder in einem Orchester spielt, um sein soziales Verhalten zu trainieren – die Gründe hierfür liegen woanders – nicht zuletzt in der Liebe zur Musik.
Mit einem Netzwerk öffentlich getragener Bildungseinrichtungen sind die angeschlossenen Musikschulen in rund 120 Städten und Gemeinden tätig. Rund 5000 akademisch qualifizierte Musikpädagogen unterrichten nahezu 78.000 Schülerinnen und Schüler. In unzähligen Veranstaltungen wird das Gelernte vor vielen hunderttausend Zuhörern präsentiert. Die Musikschulen im hessischen Verband sind auf dem Weg zur Umsetzung des Ziels der musikalischen Bildung für alle schon ein gutes Stück vorangekommen – aber nach eigenem Urteil noch lange nicht am Ziel.
Talking about music is like singing about football (Jackson Brown) - Kooperationen zwischen Musikschulen und allgemein bildenden Schulen
Wer von den heutigen Erwachsenen hat es nicht erlebt: Sofern es überhaupt Musikunterricht in der Schuler gab, wurde über Musik nur gesprochen: Dazu zeichnete man Tonleitern und Dreiklänge auf linierte Schultafeln, erläuterte den Quintenzirkel mathematisch und präsentierte Hörbeispiele von toten Komponisten deren Struktur erkannt werden musste.
Dies alles existierte neben einer durchaus lebendigen Jugend-Musikkultur, die aber in den allgemein bildenden Schulen so nicht vorkam. Diese Art des Musikunterrichts ist nun endgültig zum Auslaufmodell geworden, denn in den letzten zehn Jahren ist viel an den öffentlichen Schulen passiert: Ausgehend von dem Leitgedanken, dass sich Musik am besten durch das eigene praktische
Tun erleben lässt, wurde vor über zehn Jahren ein Pilotprojekt begründet: Schüler aller Schulformen – Förder-, Grund-, Gesamt-, Haupt- und Realschule sowie Gymnasien – erhalten während der regulären Unterrichtszeit qualifizierten praktischen Instrumentalunterricht von dafür ausgebildeten Lehrkräften aus VdMH-Musikschulen, oft im Team mit den Musiklehrern der allgemein bildenden Schulen.
Zahlreiche Modelle
Die angewandten Modelle sind vielfältig: In den Musikklassen haben die verschiedenen Instrumentalisten gemeinsam Unterricht – gleich als richtiges Blasorchester mit Trompeten, Flöten, Saxophonen, Klarinetten und anderen oder als Streichorchester mit Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässen.
Praktischer Musikunterricht in der Stundentafel der öffentlichen Schulen
Idealerweise findet dieser Unterricht über einen Zeitraum von ein bis vier Jahren in der normalen Stundentafel im Klassenverband statt, so dass sich die Teilnehmer über den Spaß hinaus gegenseitig motivieren. Es gibt aber auch jahrgangsübergreifende Gruppen, wenn keine reine Musikklasse gegründet werden kann. Gemeinsame Auftritte bei Veranstaltungen beider Schulen, gemeinsame Ensembleproben oder Probenwochenenden sind immer besondere Höhepunkte der Projekte, die somit auf vielfältige Weise mit dem sonstigen Angebot beider Schulformen verzahnt sind.
Großes Angebot für kleines Geld?
Möglichst allen interessierten Kindern und Jugendlichen sollte der Zugang ermöglicht werden, denn der gesellschaftliche Aspekt spielt eine wichtige Rolle – gerade in sozialen Brennpunkten. Daher müssen die Kosten für die Familien entsprechend erschwinglich sein. Dies ist nur mit zusätzlichen Fördermitteln möglich. Mittlerweile gibt es über hundert erfolgreiche Kooperations-Projekte in Hessen – Modelle mit großer Zukunft. Eine konsequente Erweiterung finden diese Kooperationen gegenwärtig im Modell „Jedem Kind eine Instrument“, dass allein in Nordrhein-Westfalen in den nächsten Jahren über 200.000 Kindern im Grundschulalter die Chance auf Instrumentalunterricht eröffnen wird.
Genaue Details sind auf der Webseite des VdM-Landesverbandes unter dem Stichwort „Kooperationsmodelle“ abrufbar.
Wir kommen alle „musikalisch“ – also offen für alles, was mit Musik zu tun hat – auf die Welt. Erst wenn diese Fähigkeiten nicht unterstützt werden, verkümmern sie. Deshalb setzen die VdMH-Musikschulen hier bereits ganz früh an: Babys können bereits vor Beendigung des ersten Lebensjahres mit ihren Eltern gemeinsam zur Musikschule kommen und erste Begegnungen mit Musik erleben. Vor allem bei Erwachsenen verhindert die Schutzbehauptung, man sei gänzlich unmusikalisch, den ersten Schritt (in eine Musikschule) zu gehen und ein Instrument überhaupt erst einmal auszuprobieren. Der Einstieg ist in jedem Alter möglich und demzufolge bieten die VdMH-Musikschulen ein breit gefächertes Angebot vom Babykurs bis zur Senioren-Rockband.
Auf einen Blick
Der VdM-Hessen finanziert sich aus den Zuschüssen des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, aus Eigenmitteln sowie aus Sponsoren- und Mitgliedsbeiträgen.
Der VdM Hessen
Quelle: Verband deutscher Musikschulen, Landesverband Hessen e.V.]
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