Hadayatullah Hübsch

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Hadayatullah Hübsch wurde am 8. Januar 1946 als Paul-Gerhard Hübsch in Chemnitz geboren. Er ging in Laubach (Oberhessen) zur Schule, verweigerte den Kriegsdienst, war während der Studentenunruhen der 1960er Jahre in der linken Szene aktiv, dazu Gründer des ersten deutschen Hippie-Headshops (des „Heidi loves you“-Shops) und Mitglied der legendären Kommune 1 um Dieter Kunzelmann, Fritz Teufel und Rainer Langhans in Berlin. Nach ausgedehnten Drogenerfahrungen und Psychiatrie-Aufenthalten trat er 1970 in der Folge einer Reise nach Marokko der islamischen Reformbewegung „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ bei. Von dieser Reise handeln auch die Gedichte seines im letzten Jahr erschienen Bandes „Marock’n’Roll“ (gONzo-Verlag, Mainz).

Noch unter dem Namen Paul-Gerhard Hübsch debütierte Hübsch 1969 mit dem Gedichtband „Mach was du willst“ (Luchterhand). Es folgten mehr als hundert Bücher mit Lyrik, Prosa, Collagen, Romanen, Essays, Satiren und Sachthemen, vor allem zum Islam und zur Pop- und Rockmusik. Außerdem schrieb er für Tageszeitungen wie Die Welt, taz und Süddeutsche Zeitung und war acht Jahre lang als freier Mitarbeiter für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig, bis ihm der zuständige Redakteur 1979 mitteilte, er halte ihn für „eine außergewöhnliche, jeglichen bürgerlichen Rahmen des Abendlands sprengende Erscheinung." Eine Kündigung, die Legende wurde.

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Darüber hinaus schrieb Hadayatullah Hübsch mehrere Hörspiele und war Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre für den Jugendfunk des hr tätig. Bis zum Ende sei- Nes bewegten Lebens hielt er Kontakt zu jungen, alternativen Literaturszenen wie Social Beat oder Poetry Slam. Legendär sind auch seine Live-Auftritte als Lyriker wie z.B. in der Frankfurter „Batschkapp“, wo man ihn zu Beginn der 1990er Jahre wiederholt aufforderte, im Rahmen der Frankfurter Buchmesse während der Disconacht „Idiot Ballroom“ aufzutreten und Gedichte vorzutragen, die vom Discjockey musikalisch unterlegt wurden.

Von 1991 bis 1998 war Hadayatullah Hübsch Vorsitzender des VS Hessen und während dieser Zeit dafür verantwortlich, dass viele jüngere Kolleginnen und Kollegen den Weg in den Verband fanden. In der Nuur-Moschee in Frankfurt-Sachsenhausen war er Imam Dschuma und hielt die Freitagspredigt auf Deutsch. Er war zweimal verheiratet und hinterlässt acht Kinder. Am 8. Januar wäre er 65 Jahre alt geworden.