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Seit seiner Eröffnung im Jahr 2000 ergänzt die jüngste Gründung des Frankfurter Museumufers am Schaumainkai die benachbarten Museen um den Schwerpunkt der Kunst- und Kulturgeschichte in der Rhein-Main-Region. In der vielseitigen Museumslandschaft der Stadt hat das Museum Giersch seinen festen Platz gefunden. Das Museum Giersch zeigte in den letzten 10 Jahren 22 Ausstellungen und bis heute verzeichnet das Ausstellungshaus eine steigende Anzahl von Besuchern und Freunden, die dem Museum verbunden sind. Die Museumsarbeit widmet sich überregional bedeutsamen und bislang unerforschten Themen aus der Kunst- und Kulturgeschichte in der Region Rhein-Main. Neben der wissenschaftlichen Forschung spielt die Vermittlung eine große Rolle.
Mit seinen Ausstellungen, Katalogen und Sonderveranstaltungen lenkt das Museum Giersch das öffentliche Bewusstsein auf das unverwechselbare kulturelle Profil des Rhein-Main-Gebiets. Auch zukünftig wird sich das Museum Giersch wichtigen Künstlern und interessanten Themen der Rhein-Main-Region widmen. Ab dem 3. April 2011 bietet das Museum mit der Schau „Expressionismus im Rhein-Main-Gebiet – Künstler, Händler, Sammler“ erstmalig einen umfassenden Überblick zum Expressionismus im Rhein-Main-Gebiet. Werke von Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner und Alexej von Jawlensky werden neben zahlreichen Werken weniger bekannter Künstler der Region gezeigt. Die wissenschaftliche Aufarbeitung schließt die Rolle des Kunsthandels, der Sammler und Museen sowie des Ausstellungswesens und der Künstlervereinigungen bei der Vermittlung expressionistischer Kunst ein. Die Ausstellung „Carl Morgenstern und die Landschaftsmalerei seiner Zeit“ wird ab dem 25. September 2011 eine repräsentative Auswahl an Gemälden, Ölskizzen, Aquarellen, Zeichnungen und Skizzenbüchern aller Schaffensphasen dieses wichtigen Malers des 19. Jahrhunderts zeigen. Erstmals stellt das Museum Giersch Morgensterns Werke im Kontext seiner Zeitgenossen und Künstlerfreunde wie Carl Blechen, Johann Georg von Dillis, Ernst Fries und Friedrich Nerly sowie Frankfurter Kollegen aus.
Einen besonderen Reiz übt die zu einem modernen Ausstellungshaus umgebaute neoklassizistische Villa von 1910 am Schaumainkai aus. Der dreigeschossige Bau lässt auf den ersten Blick nicht vermuten, dass sich hinter der denkmalgeschützten Fassade ein erstaunlich geräumiges Museum verbirgt. 700 Quadratmeter Ausstellungsfläche stehen, den neuesten museumstechnischen Standards entsprechend, zur Verfügung. Die kabinettartige Raumstruktur ermöglicht eine vielfältige thematische Gliederung der Ausstellungen.
Seit September 2000 konnten die Besucher jährlich mindestens zwei große Sonderausstellungen im Wechsel mit kleineren Schauen bewundern. Die Ausstellungsliste dokumentiert zum einen die faszinierende Bandbreite der Themen, zum anderen die guten und vielfältigen Kontakte, die das Museum Giersch zu anderen Kulturinstitutionen Deutschlands und vor allem der Region aufgebaut hat. Die Vernetzung mit Kunst- und Kulturinstituten bildet eine wesentliche Voraussetzung der Museumsarbeit.
Begleitet werden alle Ausstellungen von wissenschaftlichen Publikationen, die sich zu einer stattlichen Reihe von hochwertigen Katalogen entwickelt haben.
Das Museum Giersch stellt regelmäßig seine Räumlichkeiten für Gastaustellungen zur Verfügung. Mit der Schau „Karl Schmidt-Rottluff – Werke aus
Zwischen den Ausstellungsintervallen veranstaltete u. a. die Freiherr-vom-Stein-Schule zum 100. Geburtstag ihres ehemaligen Schülers die Ausstellung „Theodor W. Adorno – Jugend- und Schuljahre in Frankfurt am Main“ (2003). Der Portikus und die Städelschule präsentierten Studentenarbeiten unter dem Titel „Made in Frankfurt“ im Museum Giersch (2005).
Zudem nutzte 2004 und 2006 die Frankfurter Künstlergesellschaft das Museum für ihre Mitgliederausstellungen.
Zum jährlichen Museumsuferfest Ende August zeigt das Museum Giersch regelmäßig kleine Sonderausstellungen zur Kunst der Region, und der Frankfurter Künstlerclub e.V. bietet in den Erdgeschossräumen des Museums gehobene literarische und musikalische Unterhaltung. Als fester Bestandteil des Museumsuferfestes hat sich seit dem Jahr 2005 die Antiquariatsmeile vor dem Museum Giersch etabliert. 2010 nahmen 17 Antiquariate teil, die in Pavillons, finanziert von der STIFTUNG GIERSCH, ihre bibliophilen Kostbarkeiten und facettenreichen Buchbestände präsentierten.
An der Nacht der Museen beteiligt sich das Museum Giersch mit einem abwechslungsreichen künstlerischen und literarischen Program
Seit Beginn seiner Ausstellungstätigkeit im Jahr 2000 bietet das Museum Giersch ein vielfäl- tiges Vermittlungsprogramm für Kinder und Erwachsene an. Für die Erwachsenen besteht durch begleitende Vorträge, Lesungen und VHS-Kurse die Möglichkeit, sich vertiefend mit Aspekten der Ausstellungen zu beschäftigen. Kinder können bei den Kreativwerkstätten und Ferienkursen des Museum Giersch Kunstwerke in unterschiedlichen Materialien formen, Bilder mit Motiven der gezeigten Künstler malen und ihre Werke in eigenen Ausstellungen präsentieren. Während der Ausstellungszeit finden an jedem Mittwoch und Sonntag öffentliche Führungen durch das Führungsteam statt. Ergänzt werden diese öffentlichen Rundgänge durch zahlreiche Sonderführungen für Gruppen. Auch Blinde und Sehbehinderte nutzen gerne das auf sie abgestimmte Führungsangebot. Erstmalig im Jahr 2010 ist das Museum Giersch im Rahmen der Frankfurter Goethe Festwoche mit dem Programm „Goethes Mutter zu Gast im MUSEUM GIERSCH“ und mit deutsch-italienischen Sonderführungen bei der Initiative des italienischen Kulturinstitutes „l’italia a francoforte – Francoforte è la mia città“ vertreten.
Die Stipendiaten des Diesterweg-Stipendiums der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Grundschulkinder der 4. Klasse mit förderbedürftigen Deutschkenntnissen und gutem Leistungspotenzial, und ihre Eltern verlebten ihren Museumstag im Museum Giersch . Ein junges Zielpublikum lernt auf diese Weise das Museum Giersch kennen. Darüber hinaus gehört eine Vielzahl kulturell-kulinarischer Veranstaltungen rund um die Ausstellungs- themen zum Programm des Museum Giersch. Bei „Mussecco = Museum und Prosecco“ im Museum Giersch erleben die Teilnehmer vor dem Ausstellungsrundgang bei Prosecco und Snacks die Dauerausstellung des Museums und erfahren Wissenswertes über die Stiftung Giersch Seit 2006 gestaltet die Agentur Kultur-Erlebnis für das Museum Giersch ausstellungsbezogene Exkursionen. Besuche einer Kunstgießerei und Bildhauerwerkstatt gaben Einblicke in das Entstehen einer Skulptur. Eine Mehrtagesfahrt nach Leipzig und Bad Frankenhausen anlässlich der Ausstellung „Mattheuer, Tübke, Triegel – Eine Frankfurter Privatsammlung“ im Museum Giersch umfasste neben dem Besuch der Tübke-Stiftung einen Atelierbesuch bei Michael Triegel, der jüngst als Porträtist des Papstes starkes Medien-Echo erfuhr.
Quelle: Museum Giersch
Bilder: Museum Giersch