25 Jahre FURORE-Verlag in Kassel

Bei seiner Gründung 1986 sorgte der Verlag für viel Furore in der Musikwelt, denn seinerzeit war es ein gängiges Vorurteil, dass Frauen nicht komponieren könnten. Wenn sie komponieren könnten, so hieß es, wären sie ja verlegt worden. Und da sie nicht verlegt worden seien, könnten sie auch nicht komponieren. Diese Behauptung hat der Verlag mit seiner Arbeit in den vergangenen 25 Jahren überzeugend widerlegt. Von Anfang an kamen die Komponistinnen und HerausgeberInnen aus der ganzen Welt und der Furore Verlag präsentierte seine Produkte ebenfalls international auf Messen und Kongressen. Die ehrgeizige Firmengründung war überaus erfolgreich: mehr als 1.200 Werke von über 150 musikschaffenden Frauen aus Europa, Amerika, Asien und Australien wurden bislang verlegt. Die Zeitspanne der Entstehung dieser Musik reicht vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Nach wie vor ist der Furore Verlag weltweit der einzige Musikverlag, der exklusiv Noten und Bücher von und über Komponistinnen im Programm hat. Für besondere Notenausgaben erhielt der Verlag viermal den Deutschen Musikeditionspreis "Best Edition".

"Es hieß immer: Frauen können nicht komponieren. Das wollte ich nicht glauben", sagt die Gründerin und Geschäftsführerin, Renate Matthei. Sie recherchierte, wurde fündig und gründete dann ihren Spezialverlag. Dies sei aus einer "Mischung aus Ärger und Trotz" heraus entstanden, erklärt sie rückblickend. Im Laufe der Jahre machte sie auch viele musikalische Entdeckungen. "Zu den größten Entdeckungen zählt sicher Fanny Hensel, die Schwester von Felix Mendelssohn, mit rund 400 Werken. Die wurde bereits in der Carnegie Hall in New York oder in Hongkong gespielt. Wir gehen aber nicht auf Masse, sondern auf Klasse und geben uns bei den Noten viel Mühe. Die Noten haben einen ästhetischen Anspruch."

Dennoch hat es kaum eine Komponistin, mit Ausnahme von Clara Schumann, zu großer Bekanntheit gebracht. Für den Furore-Verlag bedeutet das, dass das große Geld mit dieser Geschäftsidee nicht zu machen ist. 

"Wenn mehr Komponistinnen gespielt würden, könnten wir besser davon leben", erklärt Matthei. Millionärin werde man mit solch einem Unternehmen nicht, "das war allerdings auch nie mein Anspruch." Für Renate Matthei ist ihr Beruf dann auch mehr eine Berufung: "Ich will mich einsetzen, dass sich etwas bewegt auf der Welt. Dennoch: Schrauben verkaufen ist leichter."

 

www.furore-verlag.de