Lev Natochenny – ein begnadeter Klavierlehrer

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Lev Natochenny ist nicht nur ein genialer Pianist, sondern auch ein begnadeter Klavierlehrer. Seine Meisterklasse an der Musikhochschule Frankfurt gilt als eine der besten in der Welt und seine Schüler werden reihenweise zu Weltstars am Klavier.

Wer Schüler von Lev Natochenny ist, für den ist eine internationale Pianistenkarriere schon fast sicher. Eugenia Rubinova oder Martin Stadtfeld sind nur zwei, die es nach dem Studium bei dem russischen "Meistermacher" an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt geschafft haben. Lev Natochenny liebt seinen Beruf, und das dürfte eines seiner Erfolgsrezepte sein: "Ich bin ein glücklicher Mensch, wer kann das schon von sich sagen. Ich liebe das, was ich tue. Meine Arbeit ist mein Leben und mein Leben ist meine Arbeit."

Der jüngste ist 15

Einmal im Jahr präsentiert Natochenny das Können seiner Schüler in einem Konzert im Mozart Saal der Alten Oper Frankfurt, in dem nun Werke von Robert Schumann, Modest Mussorgsky, Sergej Rachmaninow und Olivier Messiaen aufgeführt werden.

Die jungen Interpreten sind Clemens Berg, der erst vor kurzem in die Meisterklasse Lev Natochennys aufgenommen wurde und "nebenher" in Frankfurt Mathematik studiert. Julia Okruashvili, in Moskau geboren, hat schon zahlreiche Wettbewerbe gewonnen. Eugene Choi ist bereits Exklusivkünstlerin bei Sony Classical. Durch sein junges Alter sticht der erst 15-jährige Usbeke Nuron Mukumi hervor, der bereits auf eine beachtliche Konzerterfahrung zurückblicken kann.

"Ich unterrichte sie und sie unterrichten mich"

Lev Natochenny erhielt seine Ausbildung an dem renommierten Moskauer Konservatorium. In den 80er Jahren war er ein gefeierter Pianist, konzertierte in Europa und den USA mit bedeutenden Orchestern und wurde mit wichtigen Ehrungen ausgezeichnet. Doch 120 Konzerte pro Jahr und immer allein auf der Bühne - das war ihm auf die Dauer zu langweilig. Er liebt es, mit Menschen zusammen zu sein, mit ihnen Musik zu machen oder auch gemeinsam zu essen. So wurde er Klavierlehrer. "Das ist die beste Schule, ich lerne immer, immer. Ich unterrichte sie und sie unterrichten mich." Heute arbeitet er unter anderem an der Manhattan School of Music und der New York City University und lehrt an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt.

Eine einheitliche Methode hat er nicht: Natochenny versucht, das aus seinen Schülern heraus zu kitzeln, was sie unverwechselbar macht. Er redet nicht viel, sondern greift ebenfalls in die Tasten. So erfährt jeder Schüler ganz unmittelbar, dass es auch anders geht. Manchmal begleitet er seine Schüler einfach nur durch Mitsingen. Durch Gesten und Mimik, durch Knurren und Stöhnen animiert er sie, ihre eigene Interpretation zu finden. Es geht nicht um den schönen, perfekten Klang, sondern darum, mit höchster Konzentration jeden einzelnen Ton mit Emotion aufzuladen.

Klavierspielen können sie alle, doch was Natochenny bei seinen Schülern wecken will, ist: Leidenschaft, Hingabe & Disziplin. "Manchmal höre ich Dinge, die ich nie zuvor in meinem Leben gehört habe, hier im Unterricht. Also, ich muss nicht in die Carnegie Hall und mir dort ein Ticket kaufen, das habe ich hier umsonst", lacht der "Meistermacher".

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Quelle: hr-online  |  Bild: Lev Natochenny