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„Die Brüder Grimm sollen als bedeutendste Vertreter der Kulturgeschichte in Hessen international erlebbar werden.“ Dieses Ziel hat Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann für das Jubiläumsjahr 2013 genannt, in dem sich die Publikation der Sammlung der Kinder- und Hausmärchen zum zweihundertsten Mal jährt.
Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm sind neben der Luther-Bibel das bekannteste und weltweit am meisten verbreitete Buch der deutschen Kulturgeschichte: Sie wurden in 170 Sprachen der Erde übersetzt. 2005 hat die UNESCO die in Kassel verwahrten Handexemplare der Märchenbücher zum Weltdokumentenerbe erklärt.
Bei einer Pressekonferenz in Wiesbaden gab die Ministerin einen Überblick über die Vorhaben des Landes im Zusammenhang mit dem Jubiläum. Im Mittelpunkt stehen eine Jubiläumsausstellung und ein internationaler wissenschaftlicher Kongress. „Das Wirken der Brüder Grimm soll in seiner ganzen thematischen Breite beleuchtet werden, denn Grimm ist weit mehr als allein Märchen: Die Brüder haben auch große Verdienste um die Germanistik und Skandinavistik, die Rechtsgeschichte und die politische Einigung der deutschen Nation in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts“, hob Kühne-Hörmann hervor.
Bereits im Dezember 2012 – also genau 200 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Bands der Kinder- und Hausmärchen – wird es einen internationalen wissenschaftlichen Kongress zum Thema Grimm in Kassel geben. Er soll mit Beiträgen zur aktuellen Grimm-Forschung aus aller Welt die Auftaktveranstaltung des Landes zum Jubiläumsjahr sein. Ausrichter werden die Universität Kassel und die Goethe-Universität Frankfurt sein.
Das Land Hessen wird 2013 in Kassel eine zentrale Jubiläumsausstellung zum Lebenswerk der Brüder Grimm organisieren. Vorbehaltlich der Zustimmung des Landtags sind dafür 1,5 Millionen Euro vorgesehen. Die Hessen Agentur hat die europaweite Ausschreibung der Ausstellung vorbereitet. Die Schau wird voraussichtlich von April bis September 2013 in der Kasseler documenta-Halle stattfinden und durch die Architektur des Orts spannende Inszenierungen zu allen Aspekten des vielfältigen Grimm-Erbes möglich machen. „Teil der Konzeption wird das Angebot von Ausstellungsmodulen sein, die von den anderen Grimm-Städten in Hessen – Hanau, Steinau und Marburg – beziehungsweise weiteren Interessenten übernommen werden können“, sagte Ministerin Kühne-Hörmann. Mit der Stadt Kassel gibt es Vorgespräche über eine thematische Einbeziehung des Palais Bellevue (Brüder Grimm Museum) in die Konzeption.
Zur Buchmesse 2012 wird ein Merian live - Reiseführer zum Thema „Grimm in Hessen“ erscheinen, der mit 30.000 Euro aus Mitteln des Ministeriums unterstützt wird. Dieser Reiseführer ist die redaktionelle Fortsetzung des gerade erschienenen Merian Hefts Hessen, das durch die HessenAgentur initiiert worden ist und in dem es bereits einen Grimm-Schwerpunkt gibt. „Damit wird es zum Jubiläumsjahr einen international renommierten Reiseführer zu Grimm in Hessen geben, der Interesse für Tagestouren oder Urlaube auf den Spuren der Brüder Grimm wecken wird. Dabei werden alle Grimm-Schwerpunkte berücksichtigt: Märchen, Wissenschaft und politisches Engagement“, sagte Kühne-Hörmann. Anhand von Routen durch Hessen sollen auf 170 Seiten attraktive Reiseziele zum Thema vorgestellt und vielfältige Anlaufpunkte zu Kultur und Gastronomie angeboten werden. Der Reiseführer soll in vier Sprachen übersetzt werden.
Das Ministerium fördert außerdem die Ausrichtung des Kultursommers Nordhessen im Jubiläumsjahr 2013 auf Grimm-Projekte, die auf Wunsch den anderen drei hessischen Kultursommern (Mittelhessen, Südhessen, Main-Kinzig-Fulda) als Bausteine für deren Programm zur Verfügung gestellt werden. Durch die Infrastruktur des Kultursommers Nordhessen in Kooperation mit der Grimm-Heimat Nordhessen wird bereits 2012 eine Internet-Präsentation des gesamten hessischen Grimm-Programms unter dem Titel „Grimm2013“ angeboten werden können.
Diese "landesweite Internetpräsentation zum Jubiläumsjahr der Brüder Grimm" wird bereits zum 20.01.2012 anlässlich einer weiteren Pressekonferenz unter www.grimm2013.de freigeschaltet werden. Darin sind dann Informationen zum Leben und Wirken der Brüder Grimm, Veranstaltungen, Informationen zur Entstehungsgeschichte der Grimm´schen Märchen und Informationen zu den Lebensstationen der Brüder Grimm nachzulesen.
Kühne-Hörmann verwies in diesem Zusammenhang ist auch auf das vom Ministerium geförderte Kulturportal Hessen, das sich jetzt mit einer neuen Aufmachung präsentiert. Auch dort werden Veranstaltungen und Termine zum Grimm-Jahr abrufbar sein.
Die Reihe der bisher unregelmäßig veranstalteten Grimm-Arbeitsgruppen zu den Themen Kultur, Wissenschaft, Tourismus und Marketing soll nach den Worten der Ministerin fortgesetzt werden. Damit bietet das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst den Vertretern der Grimm-Städte und -Institutionen weiterhin ein Forum zur Planung und zum gegenseitigen Austausch. „Das Thema Grimm hat in Hessen bereits deutlich Fahrt aufgenommen“, resümierte Kühne-Hörmann.