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Die französische Kamerafrau Agnès Godard wird in diesem Jahr mit dem Marburger Kamerapreis ausgezeichnet. Damit geht die Ehrung zum zweiten Mal - nach Judith Kaufmann - an eine Frau. Seit vielen Jahren bereichere Gogard, so die Jury in ihrer Begründung, mit Bildern von poetischer Präsenz und Einfühlsamkeit das europäische Gegenwartskino.
Arbeit für Wim Wenders
Agnès Godard, Jahrgang 1951, studiert zunächst Journalismus, wechselt dann aber 1976 an die Filmhochschule IDHEC in Bry-sur-Marne. Ihr Studium finanziert sie, indem sie als Assistentin eines Modefotografen, für eine PR-Agentur und für das Bildungsministerium arbeitet. 1980 schließt sie das Studium ab. Bald spezialisiert sie sich auf die Arbeit hinter der Kamera. Der legendäre Kameramann Henri Alekan wird zu ihrem Mentor, sie zu seiner ersten Kameraassistentin für den Film "Der Stand der Dinge" (1982) von Wim Wenders. Sie assistiert später Robby Müller für Wenders Film "Paris, Texas" (1984).
Begegnung mit Claire Denis
In den 1980er Jahren arbeitet sie mit bei Filmen von Joseph Losey, Peter Greenaway und Alain Resnais. Dann gibt ihr Wim Wenders ihre erste Chance als alleinverantwortliche Kamerafrau: Sie dreht "Room 666" (1982), eine 50-minütige Fernsehdokumentation, für ihn und lernt dabei Wenders Regieassistentin Claire Denis kennen. Mit Claire Denis arbeitet sie als Kameraoperateurin bei deren Debütfilm "Chocolat" (1987). Seit 1990 ist sie Denis' reguläre Kamerafrau. Ihre sensible Kameraführung wird zu ihrem Markenzeichen.
Internationaler Erfolg
2001 erhält Agnès Godard den französischen Filmpreis "César" für den internationalen Welterfolg "Beau Travail" (Der Fremdenlegionär). Sie arbeitet seitdem auch mit anderen Regisseuren zusammen, wie etwa André Téchiné, Emanuele Crialese, Claude Berri, Ursula Meier u.a.
Bild: Marburger Kamerapreis