Lichtenberg-Preis für Andreas Meier

Andreas-Maier-Das-HausDer Schriftsteller Andreas Maier wurde Anfang Juni 2012 in Ober-Ramstadt mit dem mit 10.000 Euro dotierten Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis des Landkreises Darmstadt-Dieburg ausgezeichnet. Der FAZ-Redakteur Hubert Spiegel nannte den hessischen Autor in seiner Laudatio einen „metaphysischer Empiriker der Gegenwart“.

In der Begründung der Jury heißt es: „Andreas Maier hat seine Doktorarbeit über den österreichischen Schriftsteller Thomas Bernhard geschrieben, und der Furor von Maiers literarischer Prosa steht unleugbar in Abhängigkeit von diesem Vorbild. Er beschreitet aber gleichwohl einen unverwechselbar eigenen Weg. Das zeigt sich in den gewählten Stoffen, die mit wenigen Ausnahmen von der südhessischen Region und ihren Menschen handeln, vor allem aber zeigt es sich in einem emphatischen Bekenntnis zur Heimat, das dem ›Anti-Heimatdichter‹ Bernhard ganz und gar fremd war.“

Der Preis wird seit 1979 im zweijährigen Turnus an einen herausragenden bildenden Künstler oder Schriftsteller verliehen, der in der südhessischen Region lebt oder einen Bezug zu ihr hat. Er wird vom Landkreis Darmstadt-Dieburg vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert

In einem Bericht der FAZ vom 4. Juni 2012 zur Ehrung heißt es:

Vordergründig schreibe Maier über das Thema Heimat, die für ihn immer schon vergangen oder im Vergehen begriffen sei. Und über Heimatkunde, die nichts anderes bedeute, als die Zerstörung der Heimat zu beobachten, sagte Spiegel. Bei näherer Betrachtung aber schreibe der Wetterauer skeptisch. Er stelle zwei große philosophische Fragen: Was sollen wir glauben, und was können wir wissen? Maier selbst sagte, dass er mit Begriffen wie Erinnerung und Vergangenheit nicht viel anfangen könne.“

 „Die Vergangenheit war früher nicht besser, auch wenn es damals keine Ortsumgehung gab“, trug Maier aus seiner „Onkel J.“-Kolumnensammlung vor. Dazu gehörte auch seine Kritik, dass Menschen geistig abschalteten und ihm einfach zustimmten, wenn er Sätze mit Wörtern wie „damals“ und „noch“ sage.

Hubert Spiegel stellte fest, dass die Sprache zu den Hauptakteuren in Maiers Romanen gehöre. „Ich wüsste keinen zweiten Autor, der so genau schreibt“, sagte der Laudator. Maiers Heimatromane verdeutlichten dies. Er habe innerhalb von zwölf Jahren nicht nur viele Werke geschrieben, sondern auch ein Dutzend Preise gewonnen. Mit dem Roman „Das Zimmer“ erschien vor zwei Jahren der erste von elf Bänden, mit dem er die diskriminierte Heimatliteratur auf radikale Weise erneuern möchte. Im vergangenen Jahr erschien der zweite Band „Das Haus“.